Ja. Laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung sind Männer in Deutschland in allen Altersgruppen häufiger Single als Frauen. Auf Dating-Apps wird das Ungleichgewicht noch deutlicher. Wer abwartet, steht deshalb in einer langen Schlange, und Dein Hebel liegt dort, wo Frauen mehr von Dir sehen als ein Foto.
Ich bin Wirtschaftsinformatiker und arbeite seit 2009 als Dating-Coach. Zahlen sind für mich das Werkzeug, mit dem ich Männern zeige, wo sie auf dem Partnermarkt stehen. Viele Männer, die zu mir kommen, haben aus ihren Erfahrungen den Schluss gezogen, dass sie nicht gut genug sind. Die aktuellen Zahlen erklären einen großen Teil dieser Erfahrungen, und zwar über den Markt, auf dem sie suchen.
Das Wichtigste in Kürze
- Rund 21 Prozent der 20- bis 54-Jährigen in Deutschland sind Single, und Männer sind laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in jeder Altersgruppe häufiger Single als Frauen (FReDA, 2024).
- Bei den 20- bis 29-Jährigen sind 42 Prozent Single, bei den 40- bis 54-Jährigen nur noch 11 Prozent.
- Die besten Chancen hat ein Mann dort, wo Frauen ihn als ganze Person erleben: im Freundeskreis, bei der Arbeit und in seinen Hobbys.
Gibt es in Deutschland mehr Single-Männer als Frauen?
Ja, und zwar in jedem Alter. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat im Juli 2026 neue Zahlen aus dem familiendemografischen Panel FReDA veröffentlicht. Grundlage ist eine repräsentative Befragung der 20- bis 54-Jährigen aus dem Jahr 2024. Rund 21 Prozent von ihnen leben ohne feste Partnerschaft. Mitautorin Lena Frembs schreibt dazu: „Auffallend ist, dass in allen Altersgruppen Männer häufiger Singles sind als Frauen.“
Wie groß der Abstand genau ist, nennt die Pressemitteilung nicht in Zahlen, die Werte stecken nur in der Grafik. Die Richtung ist aber eindeutig. Da es in dieser Altersspanne ungefähr gleich viele Männer und Frauen gibt, kommt auf jede Single-Frau mehr als ein Single-Mann. Eine Grenze hat die Erhebung: Sie zeigt den Stand eines einzelnen Jahres. Ob Du in fünf Jahren noch Single bist, sagt sie nicht.
Für Deine Partnersuche folgt daraus eine unbequeme Rechnung. Wenn Du darauf wartest, dass eine Frau von selbst auf Dich zukommt, wartest Du zusammen mit vielen anderen Männern, die genau dasselbe tun. „Jeder Topf findet seinen Deckel“ reicht als Strategie bei diesen Zahlen nicht aus.
Warum ist der Markt in Deinem Alter enger, als die Durchschnittszahl zeigt?
Weil sich Paare selten im selben Jahrgang finden. Bei den 20- bis 29-Jährigen sind laut BiB 42 Prozent Single, bei den 40- bis 54-Jährigen nur noch 11 Prozent. Dazu kommt der Altersabstand: Männer waren bei der ersten Heirat 2022 im Schnitt 35,1 Jahre alt, Frauen 32,6 Jahre (Statistisches Bundesamt). Frauen wählen also im Schnitt einen etwas älteren Partner.
Erinnere Dich an Deine Schulzeit. In einer neunten Klasse mit zehn Jungen und zehn Mädchen sieht alles nach einem ausgeglichenen Verhältnis aus. Für die Mädchen interessieren sich aber auch die Jungen aus der zehnten Klasse und die Abiturienten, während die älteren Mädchen kaum Jungen aus den unteren Klassen daten. Dieses Muster zieht sich durch alle Altersstufen. Nach unten hast Du Konkurrenz von älteren Männern, nach oben schauen viele Frauen ihrerseits nach älteren Partnern.
Daraus folgt ein konkreter Rat: Halte Deine Altersspanne breit. Frauen, die einige Jahre jünger sind als Du, sind statistisch die naheliegende Gruppe. Aus vielen Gesprächen kenne ich außerdem ein Muster. Das ist meine Erfahrung aus dem Coaching, eine Studie dazu kenne ich nicht: Viele Frauen kommen Mitte bis Ende 20 aus ihrer ersten langen Beziehung und suchen danach gezielter einen Mann, mit dem eine Familie denkbar ist. Ruhe, Verlässlichkeit und eine klare Richtung im Leben zählen dann mehr. Analytische Männer bringen genau das häufig mit.
Warum fühlst Du Dich überall in der Überzahl?
Weil nicht jeder Single überhaupt sucht. Laut BiB wünschen sich rund zwei Drittel der Singles eine Partnerschaft, etwa ein Drittel bleibt bewusst allein. Außerdem sind Frauen mit ihrem Singleleben häufiger zufrieden als Männer. Meine Einordnung dazu: Wer zufrieden ist, hat weniger Druck, wählt in Ruhe aus und sagt öfter Nein.
Das erklärt ein Gefühl, das Du wahrscheinlich kennst. In der Bar, im Club und in der App scheinen die Männer klar in der Mehrheit zu sein. Du bildest Dir das nicht ein. Entscheidend ist, welche Konsequenz Du daraus ziehst. Mehr Stunden in Dating-Apps, Resignation oder die Suche im Ausland lösen das Problem nicht, weil sie an der Ursache vorbeigehen.
Warum sind Deine Chancen auf Dating-Apps so gering?
Weil dort fast nur Dein Foto zählt. In einer Untersuchung von Tyson und Kollegen (2016) bekamen männliche Testprofile auf Tinder auf rund 0,6 Prozent ihrer Likes ein Match, weibliche Testprofile auf rund 10 Prozent. Die Forscher haben in London 14 eigene Testprofile angelegt und die Aktivität von rund 480.000 Profilen ausgewertet. Sie nennen ihre Quoten eine untere Schätzung, weil nicht jedes gelikte Profil die Testprofile überhaupt zu sehen bekam. Gemessen wurde 2016, fast ausschließlich in London und mit eigens angelegten Profilen. Echte Nutzer mit gepflegten Profilen liegen anders, die Richtung deckt sich aber mit dem, was ich seit Jahren in meinen Coachings höre.
Eine niedrige Match-Quote sagt deshalb wenig über Deinen Wert. Sie beschreibt das Spielfeld: Eine Frau sieht Dein Foto ein bis zwei Sekunden lang, sie hört Deine Stimme nicht und erlebt Deine Ruhe nicht. Warum Apps für Männer so schlecht funktionieren, erkläre ich ausführlicher in meinem Beitrag Warum Tinder und Co für Männer nicht funktionieren.
Was heißt das für Deine Partnersuche?
Wechsle das Spielfeld, und zwar dorthin, wo eine Frau mehr von Dir erlebt als ein Foto. Vier Schritte:
- Alltag zuerst. Freundeskreis, Arbeit, Vereine, Kurse und Hobbys bringen Dich mit Frauen zusammen, die Dir oft ähnlicher sind als jede Bekanntschaft aus der App. Konkrete Ideen findest Du in meinem Beitrag über Orte, an denen Du eine Freundin finden kannst.
- Den ersten Schritt machen. Die meisten Männer trauen sich nicht und wischen lieber weiter. Allein dadurch, dass Du ein Gespräch beginnst, hebst Du Dich ab. Wie Du einsteigst, steht in Der perfekte Anmachspruch: Die Formel aus 5 Bausteinen. Wenn Dich vor allem die Angst bremst, hilft Dir mein Guide gegen Ansprechangst.
- Bei der Arbeit mit Gefühl. Ein gemeinsamer Kaffee oder ein Mittagessen ist ein natürlicher Anfang. Passt es, folgt ein Treffen nach Feierabend.
- Apps höchstens als Ergänzung. Wer seine Abende vor dem Handy verbringt, fehlt dort, wo seine Chancen am größten sind.
In meinen Coachings starten die meisten Männer an einem ähnlichen Punkt: seit Jahren keine Dates, viel Frust und große Hemmungen, auf Frauen zuzugehen. Ihre Fortschritte halten sie in wöchentlichen Berichten fest. Keiner von ihnen ist in dieser Zeit reicher, größer oder muskulöser geworden. Verändert hat sich, wo sie Frauen kennenlernen und dass sie den ersten Schritt selbst machen. Warum gerade kluge Männer dabei oft an sich selbst scheitern, beschreibe ich in Warum kluge Männer bei attraktiven Frauen scheitern: 7 Gründe.
Häufige Fragen
Wie viele Singles gibt es in Deutschland?
Unter den 20- bis 54-Jährigen lebt etwa jeder Fünfte ohne feste Partnerschaft, genauer rund 21 Prozent. Das zeigt das familiendemografische Panel FReDA für das Jahr 2024, ausgewertet vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Menschen ab 55 sind in dieser Zahl nicht enthalten.
Wie groß ist der Altersunterschied bei Paaren im Schnitt?
Bei der ersten Heirat sind es rund zweieinhalb Jahre. Männer waren 2022 im Schnitt 35,1 Jahre alt, Frauen 32,6 Jahre (Statistisches Bundesamt). 2002 lag der Abstand noch bei drei Jahren. Der Mann ist also meist etwas älter, sehr große Altersunterschiede sind die Ausnahme.
Wo lerne ich als Mann über 40 noch Frauen kennen?
Dort, wo Du ohnehin Zeit verbringst: im Freundeskreis, bei der Arbeit, in Vereinen, Kursen und Hobbys. Unter den 40- bis 54-Jährigen sind laut BiB nur 11 Prozent Single. Umso wichtiger ist es, jede Gelegenheit zu nutzen, den ersten Schritt selbst zu machen und die Altersspanne nicht zu eng zu ziehen.
Liegt es an meinem Aussehen, wenn ich kaum Matches bekomme?
Meist nur zum Teil. Eine niedrige Match-Quote ist für Männer auf Dating-Apps der Normalfall. Bessere Fotos und ein gepflegtes Profil helfen, das zeigt auch die Untersuchung von Tyson und Kollegen. Über Deine Wirkung im echten Leben sagt die Quote wenig, weil eine Frau dort Deine Stimme, Deine Ruhe und Deinen Humor erlebt.
★★★★☆
„Ich war auf Marcel aufmerksam geworden, da ich massive Probleme hatte, überhaupt Frauen kennenzulernen, geschweige denn, mit ihnen Beziehungen einzugehen. Meine Erfahrungen in diesem Bereich waren über Jahrzehnte hinweg extrem gering.“*
anonym · ProvenExpert
4,9 von 5 aus 44 Bewertungen (Stand August 2026)
Wo stehst Du auf diesem Markt?
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Quellen
- Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2026). Pressemitteilung vom 2. Juli 2026 zum FReDA Policy Brief von Frembs, L. & Ruckdeschel, K.: Single ist nicht gleich Single: Zwischen Partnerwunsch und hoher Singlezufriedenheit. Daten: FReDA, Erhebung 2024, repräsentative Stichprobe der 20- bis 54-Jährigen. bib.bund.de
- Statistisches Bundesamt (2024). Menschen in Deutschland bei erster Heirat immer älter. Pressemitteilung N007 vom 8. Februar 2024. destatis.de
- Tyson, G., Perta, V. C., Haddadi, H. & Seto, M. C. (2016). A first look at user activity on Tinder. IEEE/ACM International Conference on Advances in Social Networks Analysis and Mining (ASONAM). Testprofile in London, rund 480.000 ausgewertete Profile. arXiv:1607.01952
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