Der Einstieg, der am zuverlässigsten funktioniert, besteht aus fünf Bausteinen: Du kündigst an, dass es kurz wird, nennst einen Grund, machst der ganzen Gruppe ein leichtes Kompliment, stellst eine Frage, zu der jeder eine Meinung hat, und lenkst das Gespräch dann zu der Frau, die Dich interessiert. Jeder Baustein nimmt ihr eine Sorge ab, bevor sie entsteht. Die genauen Worte wählst Du selbst.
Ein Beispiel, wie das zusammen klingt: „Hey, ganz kurz, ich bin gleich wieder weg. Ich brauche eine weibliche Meinung und hoffe, Ihr könnt mir helfen. Ihr seht aus, als würdet Ihr öfter angesprochen. Was denkt Ihr: Wie sollte ein Mann eine Frau ansprechen?“
Das Wichtigste in Kürze
- Ein guter Einstieg hat fünf Bausteine: kurz ankündigen, einen Grund nennen, der ganzen Gruppe ein Kompliment machen, eine Meinungsfrage stellen und dann zu ihr lenken.
- Jeder Baustein nimmt ihr eine Sorge ab, bevor sie entsteht.
- Die Worte wählst Du selbst. Entscheidend ist, dass Du weißt, wozu jeder Baustein da ist.
Warum reagieren Frauen auf Ansprechen oft abweisend?
Eine attraktive Frau rechnet beim Angesprochenwerden mit dem Typen, der sie zwanzig Minuten lang zutextet und nicht merkt, dass sie weg will. Das hat sie oft genug erlebt. Ihre Abwehr gilt also diesem Muster, und Du hast ein paar Sekunden, um zu zeigen, dass Du anders bist. Genau dafür sind die fünf Bausteine da.
Baustein 1: Warum hilft „ganz kurz“?
„Hey, ganz kurz“ sagt ihr gleich zu Beginn, dass Du sie nicht festhältst. Das nimmt die größte Sorge raus. Gleichzeitig wirkt es, als hättest Du noch etwas vor, und das macht Dich interessanter als jemanden, der den ganzen Abend Zeit hat.
Dein Körper sagt dasselbe: Du stellst Dich locker dazu und bist halb im Weitergehen, statt frontal vor ihr zu stehen. Ein Satz wie „Ich muss gleich wieder zu meinen Jungs“ unterstreicht das.
Baustein 2: Brauchst Du einen Grund, um sie anzusprechen?
Ja, und er muss nicht einmal besonders gut sein. Solange sie nicht weiß, was Du willst, ist sie mit dieser Frage beschäftigt und hört Dir nur halb zu. „Ich brauche eine weibliche Meinung“ beantwortet sie sofort.
Ein klassisches Experiment von Langer, Blank und Chanowitz (1978) zeigt, wie wenig der Grund taugen muss. Eine Versuchsperson bat 120 Menschen an einem Kopierer, sie vorzulassen. Bei einer kleinen Bitte genügte fast jede Begründung, selbst eine inhaltsleere wie „weil ich Kopien machen muss“. Bei einer großen Bitte half nur noch ein echter Grund. Das Experiment fand an einem Kopierer statt und hatte mit Flirten nichts zu tun. Dass eine kurze Frage in einer Bar ebenfalls als kleine Bitte zählt, ist meine Übertragung.
„Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen“ legt noch etwas drauf: Du bittest um Hilfe, und Menschen helfen gern, wenn es nichts kostet.
Baustein 3: Wem machst Du das Kompliment?
Der ganzen Gruppe. „Ihr seht aus, als würdet Ihr öfter angesprochen“ oder „Ihr seht aus, als hättet Ihr Ahnung davon“ ist ein Kompliment, das niemanden ausschließt.
Den häufigsten Fehler habe ich früher selbst gemacht: zu drei Frauen gehen und nur der Hübschesten sagen, wie toll sie aussieht. Ihre Freundinnen erleben das ständig und haben gelernt, sie vor solchen Typen zu schützen. Sie ziehen sie weg oder antworten für sie, und selbst wenn sie Dich mag, wird sie ihre Freundinnen nicht vor den Kopf stoßen. Unterschätze nie die Dynamik in einer Frauengruppe. Sprichst Du alle an, fühlt sich jede gemeint, und Du bist der freundliche Typ, mit dem man gern redet.
Baustein 4: Welche Frage funktioniert?
Eine gute Frage braucht zwei Dinge: Jeder hat dazu eine Meinung, Männer wie Frauen, und sie lässt sich nicht mit Ja oder Nein beantworten. „Wie geht’s Euch?“ und „Feiert Ihr schön?“ bringen Dir ein Wort und sonst nichts.
Fragen, die ich über Jahre getestet habe:
- Wer lügt mehr, Männer oder Frauen?
- Kann man mit seiner Ex befreundet bleiben, wenn man eine neue Beziehung hat?
- Ist es okay, wenn Partner gegenseitig ins Handy schauen?
- Wer sollte in einer Beziehung die Hosen anhaben?
Bei solchen Fragen fängt die Gruppe sofort an zu diskutieren, und niemand denkt mehr darüber nach, warum Du eigentlich da bist. Lass schwere Themen wie Politik weg. Es soll sich keiner angegriffen fühlen.
Baustein 5: Wie kommst Du von der Gruppe zu ihr?
Bis hierhin unterhältst Du Dich gut mit der ganzen Gruppe. Jetzt willst Du zu der Frau, die Dich interessiert. Der einfachste Weg ist eine ganz normale Frage in die Runde, etwa: „Was macht Ihr eigentlich beruflich?“
Jede antwortet, und bei ihr greifst Du das Thema auf. Sie ist Mathelehrerin? „Habt Ihr inzwischen die letzte Stelle von Pi gefunden?“ Sie ist Erzieherin? „Was macht man heute mit Kindern, die in der Kita nur Unsinn machen?“ Dann stellst Du Dich neben sie und sprichst mit ihr weiter. Über die Gruppe hinweg zu reden funktioniert nicht.
Seid Ihr nur zu zweit, brauchst Du diesen Schritt nicht. Dann redest Du einfach mit beiden weiter.
Muss ich die Sätze wörtlich übernehmen?
Nein. Wichtig ist, dass Du weißt, wozu jeder Baustein da ist. Dann findest Du Deine eigenen Worte, und die wirken besser als jeder auswendig gelernte Satz. Mit dieser Formel bin ich früher fast immer ins Gespräch gekommen. Ob es danach für eine Nummer reicht, hängt vom weiteren Gespräch ab, und dafür ist Anziehung entscheidend. Woran Du erkennst, dass sie Interesse hat, steht in meinem Artikel Woran erkennst Du, dass sie auf Dich steht?
Häufige Fragen
Funktionieren Anmachsprüche überhaupt?
Auswendig gelernte Sprüche wirken meist gekünstelt. Was funktioniert, ist ein Einstieg, der ihr die typischen Sorgen nimmt: dass Du sie festhältst, dass sie nicht weiß, was Du willst, und dass ihre Freundinnen außen vor bleiben. Genau dafür sind die fünf Bausteine da.
Was sage ich nach dem ersten Satz?
Lass die Gruppe über Deine Frage diskutieren und diskutier selbst mit. Danach führt eine normale Frage in die Runde, etwa nach dem Beruf, zu der Frau, die Dich interessiert. Bei ihr greifst Du das Thema auf und stellst Dich neben sie.
Wie spreche ich eine Frau an, die mit Freundinnen unterwegs ist?
Sprich die ganze Gruppe an und mach ein Kompliment, das alle einschließt. Wer nur die Hübscheste anspricht, hat ihre Freundinnen gegen sich, und die ziehen sie weg oder antworten für sie.
Was mache ich, wenn sie abweisend reagiert?
Bleib freundlich und nimm es nicht persönlich. Ihre Abwehr gilt meist dem Typen, der sie sonst zwanzig Minuten zutextet. Mit „ganz kurz“ und einem klaren Grund zeigst Du in den ersten Sekunden, dass Du anders bist. Bleibt sie abweisend, verabschiedest Du Dich höflich.
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„Mein konkretes Problem war nicht, dass ich nicht gut genug aussah oder zu wenig Sozialkompetenz und Flirtskills besaß, sondern dass ich zu wenig auf Frauen zugegangen bin […].“*
Paivren · Google Rezension
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Quellen
- Langer, E. J., Blank, A. & Chanowitz, B. (1978). The mindlessness of ostensibly thoughtful action: The role of “placebic” information in interpersonal interaction. Journal of Personality and Social Psychology, 36(6), 635–642. doi.org/10.1037/0022-3514.36.6.635
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